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Zu Gast im Hanf Museum
Seit 17 Jahren mitten in Berlin



Im Herzen Berlins, im Nikolaiviertel, besteht seit Jahren ein ganz besonderes Museum. Keine fünf Minuten Fußweg vom Alexanderplatz, am Roten Rathaus vorbei, geht man quer durch das historische Nikolaiviertel bis man die viel befahrene Leipziger Straße erreicht.
Eigentlich heißen diese knapp 200 Straßenmeter Mühlendamm. Sie sind die Verlängerung der Leipziger Straße, die am Alexanderplatz entlang verläuft und noch mehrmals ihren Namen ändert.
Mühlendamm 5 ist die Adresse des Hanf Museums.
Man muss schon genau schauen, um das schöne große Aushängeschild zu sehen, das mit einem Galgen an der Fassade befestigt ist und sich zwischen den Baumkronen versteckt. Der Fahrradständer mit dem Museumslogo ist leichter zu finden, und spätestens die offene Tür lädt ein, das Museum zu besuchen.

Wer sich hindurch wagt, blickt zunächst auf einen großen, verglasten Schaukasten mit dem Titel ‚Hanf aktuell‘, der seinem Titel nicht ganz gerecht wird. Wahrscheinlich der Zeitlosigkeit des Themas geschuldet, sieht man zuerst eine zeichnerische Darstellung des Aufbaus der Pflanze, darunter einige Veranstaltungshinweise und als Farbtupfer die Beschreibung der Fälle einiger ‚gebusteter‘ Promis.
Einmal rechts gedreht und man erblickt die Ausstellung und wird durch die gesamte Raumflucht hindurch von einem alten Gemälde angelächelt.
Angelächelt wird man auch von einem Mitarbeiter, der hier am Empfang sitzt und Eintritt haben möchte. Vierfünfzig ist nicht gerade geschenkt, zumal Kultur für alle kostenlos sein sollte, doch im Vergleich zu anderen Museen Berlins ist der Obolus mehr als moderat. Eine schöne Eintrittskarte gibt es dazu.

Der erste Raum ist etwas textlastig. Wandvitrinen, Schemata, Beschreibungen und Klapptafeln, die zeigen, dass Hanfanbau früher üblich war. Eine kleine Besonderheit ist ein fast zweihundert Jahre altes Kinderbuch, in dem der Hanfanbau illustriert beschrieben wird.
Der nächste Raum wirkt schon fülliger. Hanfstängel, Hanfstroh und die dazugehörigen Arbeitsgeräte verdeutlichen, wie man aus den rohen Stängeln die wertvolle Hanffaser gewinnt. Weiter wird gezeigt, was aus den ‚Schäben‘ gemacht werden kann. Schäben sind die Holzsplitter, die abfallen, wenn der Stängel zur Fasergewinnung gebrochen wird - interessant. Man kann sie wie andere Holzsplitter nutzen, indem man sie leimt und zu Spanplatten presst oder mit Kalk aufmischt und zu Wand- oder Bodenvertäfelungen verarbeitet. Um das zu veranschaulichen, steht hier im Hanf Museum sogar ein Haussegment, das ganz aus Hanfschäben hergestellt ist. Außerdem sieht man an diesem Objekt sehr gut, welche Möglichkeiten in Hanffließ als Dämm- und Isoliermaterial stecken.

Von diesem Raum aus gelangt man auch in den Museumsshop. Um diesen kleinen Hanfladen zu besuchen, muss man dem Empfang Bescheid sagen, und schon kommt jemand, um ihn zu öffnen.
Die Ausstellung geht weiter mit der Faserverarbeitung. In Raum drei ist eine Spinnstube aufgebaut, mit Spinnrädern, Haspeln und Rocken. Es wird schnell klar, wie ein Faden gesponnen oder gar ein Seil gedreht wird. Die Seilherstellung und der große Bedarf in der historischen Schifffahrt ist das zweite wichtige Thema in diesem Raum. Man kommt ins Grübeln, ob die ganze sogenannte ‚christliche Seefahrt‘ ohne Hanf überhaupt möglich gewesen wäre, da kein anderer Faserlieferant diese Mengen an Seil und Segel hätte produzieren können.

Das Schönste in diesem Raum sind natürlich die Pflanzen. Hinter Glas, in einer fast zwei Meter breiten Vitrine sind etliche Hanfpflanzen in ihren verschiedenen Wachstumsstadien zu sehen. Im Vergleich zu einer gut gepflegten Homegrowanlage sehen die Pflänzchen etwas kümmerlich aus, liest man ein wenig im Kontext, dann versteht man auch warum. Die Sorte, die hier wächst, ist Fedora 17, eine EU-genormte Hanfsorte. Diese Sorte ist nicht nur auf hohe Fasererträge und niedrigen THC-Gehalt gezüchtet, sondern auch auf gutes Gedeihen im Freien bei Kälte und rauem Wetter. Ein solches Klima lässt sich in dieser Vitrine nicht herstellen, was gut für Schädlinge ist, den Pflanzen aber sehr zu schaffen macht. Nichtsdestotrotz, echte Hanfpflanzen und das legal! Dafür ist vorgegeben, dass nur THC-armer Hanf wachsen darf, worüber das Museum dem Bundesinstitut für Arzneimittelsicherheit gegenüber regelmäßig Rechenschaft ablegen muss.
Gleich rechts neben der Vitrine befindet sich die Treppe, die ins Clubcafé führt.

Der nächst Raum wirkt heller, und dass obwohl hier gleich drei gewichtige Themen dargestellt sind. Eingangs die Nutzung der Samen, die man mahlen und verbacken kann, um daraus Brot, Nudeln etc. herzustellen. Natürlich ist auch die Nutzung als Öllieferant dargestellt; presst man die Samen, gewinnt man das hochwertige Hanföl. Von Riffelbrett und Windfege, mit denen die Samen gewonnen werden, bis hin zu einer Vielzahl verschiedenster Endprodukten, die in einer Vitrine ausgestellt sind, wird der Weg der Samennutzung nachgegangen.
Gegenüberliegend wird die Papierherstellung aus Hanfzellulose dargestellt. Sowohl die Gewinnung der Zellulose, als auch verschiedene Papierqualitäten, die daraus geschöpft werden, finden sich in einer anschaulich dargestellten Vitrine. Anekdotenhaft ist, dass das erste preußische Papiergeld zu einem hohen Anteil aus Hanfzellulose bestand.

Das dritte große Thema in diesem Raum ist Hanf als Medizin. Hanfpräparate werden vorgestellt und es sind Verpackungen von chemisch hergestellten Medikamenten zu sehen, die die gleiche Wirkrichtung haben, wie die aus Hanf. Unter Umständen wäre das ein oder andere dieser Medikamente überflüssig, wenn Hanfpräparate verschreibungsfähig wären.
Auf einigen Schautafeln sind die aktuellen Aktivitäten in Kalifornien, USA, beschrieben. Medical Marijuana ist in Kalifornien verschreibungsfähig und für kranke Menschen problemlos erhältlich. Wie amerikanische Hanfaktivisten darum gekämpft haben, bis hin zur verlorenen Volksabstimmung zur Besteuerung von „Marijuana for recreational manners“, kann hier nachgelesen werden.

Im nächsten Raum wird es üppig. Alles hängt voller alter Gemälde, eins dicht an dem anderen, ähnlich einer Petersburger Ausstellung. Und alle Bilder haben mit Hanf zu tun. So auch das Gemälde, das einem schon am Eingang anlächelt. Es ist ein Courbet, ein Selbstportrait mit dem Titel ‚Mann mit Pfeife‘. Gustave Courbet, Gründer des Realismus in der Kunst, ist 1845 ein schwarzbärtiger junger Mann, der auf diesem Selbstportrait ein kleines Pfeiffchen im Mund hat und mit gesenkten Augenlidern vor sich hin grinst. Das Gemälde fand so großen Anklang, dass es mehrmals nachbestellt wurde. Courbet selbst hat drei weitere Auftragsarbeiten mit dem gleichen Motiv geliefert. In der Ausstellung hängt leider nur ein Nachdruck.
Die Germania von Phillipp Veit (1793-1871), ein Gemälde mit dem enormen Maß von 4,82 x 3,20 Metern, hing im Paulskirchenparlament zu Frankfurt. Hier verkleinert zu sehen und nachvollziehbar erklärt, dass es tatsächlich ein Hanfzweig ist, den die Germania neben dem Schwert in der rechten Hand hält. Man ist fast erschlagen von der Bildergewalt, da fallen die Vitrinen erst auf den zweiten Blick auf. Aber der hat es in sich. Jede Menge Meerschaumpfeifchen auf mehrere Vitrinen verteilt. Die meisten aus dem Wien des 19. Jahrhunderts. Unverkennbar Orientpfeifchen, die oft schwer verziert als Geschenke dienten und die teils nicht genutzt wurden, teilweise aber auch heftig angeraucht sind. Offensichtlich hat es vor den beiden zerstörerischen Weltkriegen des letzten Jahrtausends eine florierende Cannabiskultur gegeben.

International hat es diese bestimmt gegeben, das ist im nächsten Raum zu sehen. Hier finden sich Rauchgeräte aus aller Welt, denn überall, wo das Klima so gegeben ist, dass Hanf ohne menschliches Zutun rauschpotent wächst, überall dort hat sich auch Kultur um den Hanfgenuss gebildet. Eine arabische Sitzecke mit Shisha lädt ein, Platz zu nehmen, während ein Vorhang aus Rajastan (Indien) die Tür zum nächsten Raum hin schmückt.
Hier wird es wissenschaftlich und juristisch. Die Gesetzeslage und die straffreien Höchstmengen der Bundesländer sind dargestellt, Urin- und Schweißtests sind zu sehen und um den Humor nicht zu verlieren, lacht Wolfgang Neuss von einem großen Foto und man kann das ein oder andere Gedicht von ihm lesen. Auch eine Vitrine mit Produkten aus Hanf, ‚auf die die Welt schon immer gewartet hat‘, birgt die ein oder andere Schmunzette. Der letzte Raum der Ausstellung ist derzeit mit einer Sonderausstellung gefüllt, die den Titel trägt: ‚Sadhus, Sufis und Psychonauten‘. Auf Schautafeln werden Sadhus und Sufis als Mystiker ihrer Religionen beschrieben und mit Psychonautikern aus dem angloamerikanischen Raum verglichen.

Abschließend kann man noch das Clubcafé besuchen, hier trifft sich seit Jahren die Orga der Hanfparade, heilige Hallen quasi. Wer mag, kann sich hier einfach nur hinsetzen und die vielen Infos aus der Ausstellung sacken lassen.
Also, wenn ihr zur Hanfparade oder nur so in Berlin seid, lasst euch das Hanf Museum nicht entgehen. Es ist eine sehr interessante Ausstellung, die anfangs zwar etwas bieder wirkt, auf den zweiten Blick aber so viele Besonderheiten und Anekdoten in sich birgt, dass ein Besuch auf jeden Fall lohnt.


www.hanfmuseum.de
Hanf Museum Berlin, Mühlendamm 5
10178 Berlin

Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag 10 bis 20h
Wochenende & Feiertags 12 bis 20h
Eintritt 4,50€ Ermäßigt 3€ (gilt auch für Gruppen ab sechs Personen)

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